Angst loswerden – warum das nicht funktioniert. Und was wirklich hilft.
- Susanne Schröder
- vor 4 Tagen
- 4 Min. Lesezeit
Es gibt unzählige Ratgeber die versprechen Angst loszuwerden. Zehn Tipps. Fünf Strategien. Sofortige Hilfe. Das klingt verlockend, und ist doch ein Weg der nicht zielführend ist.
Denn Angst lässt sich nicht loswerden. Wer es trotzdem versucht, kämpft gegen einen Teil von sich selbst. Und dieser Kampf kostet enorm viel Kraft, ohne dass er je gewonnen werden kann.
Was aber möglich ist, ist es die Angst zu verstehen, sie anzunehmen und dadurch zu transformieren.
Angst ist kein Feind, sie ist ein Signal
Angst gehört zum menschlichen Leben. Sie ist ein uraltes Schutzsystem das uns warnt, uns wachsam macht und in Gefahrensituationen schützt. Das Problem entsteht nicht durch die Angst selbst, sondern wenn sie chronisch wird, wenn sie den Alltag bestimmt und wenn das Nervensystem dauerhaft im Alarmzustand bleibt.
Dann kann aus alltäglicher Anspannung eine Spirale werden. Die Gedanken kreisen, und der Körper reagiert u.a. mit Herzrasen, Atemnot, Schwindel, oder einem Engegefühl in der Brust. Und aus dieser körperlichen Reaktion kann eine Panikattacke entstehen.
Panikattacken sind für die Betroffenen extrem belastend, auch wenn sie körperlich nicht gefährlich sind. Sie entstehen oft dann wenn das Nervensystem so lange unter Dauerstress stand dass es bei einem bestimmten Auslöser in einen Ausnahmezustand kippt. Manchmal gibt es auch klare Auslöser, und manchmal kommen sie scheinbar aus dem Nichts.
Was in diesem Moment wirklich hilft ist loszulassen, den Widerstand aufzugeben und dem Körper das zu erlauben was er ohnehin tun möchte, sich zu regulieren.
Akzeptanz statt Widerstand
Der erste und wichtigste Schritt im Umgang mit Angst ist Akzeptanz. Das klingt vielleicht paradox, aber es ist wissenschaftlich gut belegt.
Wer gegen die Angst ankämpft, sie wegdrücken oder ignorieren will, verstärkt sie. Das Nervensystem interpretiert den inneren Widerstand als zusätzliche Bedrohung und schüttet noch mehr Stresshormone aus.
Wer die Angst hingegen wahrnimmt, benennt und annimmt – "Ich spüre Angst, das ist in Ordnung, sie gehört zu mir.", unterbricht diesen Kreislauf. Die Angst verliert ihre Macht in dem Moment wo man aufhört gegen sie zu kämpfen, und anfängt sie einfach da sein zu lassen.
Das ist leichter gesagt als getan. Aber es ist erlernbar.
Wie der Körper bei Angst helfen kann
Angst lebt nicht nur im Kopf, sie lebt im Körper. Sie sitzt in der Brust, im Bauch, in den Schultern und im Kiefer. Das Nervensystem ist der Ort wo Angst entsteht, wo sie sich festsetzt, und wo sie sich auch wieder auflösen kann.
Deshalb setze ich in meiner Arbeit gezielt am Körper an, und nicht am Verstand.
Atemübungen sind das direkteste Werkzeug das wir haben. Der Atem ist die einzige Körperfunktion die sowohl automatisch als auch bewusst gesteuert werden kann. Wer den Atem verlangsamt und vertieft, aktiviert direkt den Parasympathikus. Den Teil des Nervensystems der für Ruhe und Regeneration zuständig ist. In einer Panikattacke kann eine einfache Atemtechnik den Kreislauf der Eskalation unterbrechen.
Qigong arbeitet mit der Lebensenergie des Körpers. Fließende Bewegungen in Verbindung mit bewusstem Atem lösen Blockaden, regulieren das Nervensystem und schulen die Körperwahrnehmung. Wer seinen Körper besser spürt, bemerkt Anspannung früher, und kann gegensteuern bevor sie zur Panik wird. Besonders die Übungen aus dem Wasserbereich der Fünf Elemente wirken gezielt auf das Nierenmeridian-System, das in der chinesischen Medizin mit Angst und Willenskraft verbunden ist.
Geführte Traumreisen öffnen einen Zugang zu inneren Bildern und Ressourcen. Ein persönlicher Ruheort, ein innerer sicherer Ort den man jederzeit aufsuchen kann, wird zur Ressource in schwierigen Momenten. Traumreisen umgehen den analytischen Verstand und sprechen direkt das limbische System an, den emotionalen Teil des Gehirns. Dort wo Angst entsteht, dort kann auch Heilung beginnen.
Klangmassage mit Klangschalen wirkt über Schwingung und Frequenz direkt auf das Nervensystem. Die Töne der Klangschalen erzeugen einen Zustand tiefer Entspannung der dem Körper ermöglicht loszulassen was er festgehalten hat. Viele Menschen erleben in einer Klangmassage eine Tiefe der Entspannung die sie mit anderen Methoden nicht erreichen konnten.
Angst braucht Begleitung – keine Bekämpfung
Angst und Panikattacken haben viele Gesichter und viele Ursachen. Manchmal liegen sie in belastenden Erlebnissen, manchmal in chronischem Stress, manchmal in körperlichen Faktoren wie Schlafmangel oder hormonellen Veränderungen. Manchmal entstanden sie in der Kindheit und manchmal entstehen sie auch schleichend über Jahre.
Was immer dahintersteckt, der Weg führt nicht über Kontrolle und Kampf, sondern über Selbstfürsorge, Selbstwahrnehmung und Selbstmitgefühl.
Das bedeutet auch, dass professionelle psychologische oder therapeutische Begleitung sinnvoll und wichtig sein ist, besonders wenn Ängste den Alltag stark einschränken. Meine Arbeit ist eine wertvolle Ergänzung auf diesem Weg. Sie unterstützt den Körper, reguliert das Nervensystem und gibt praktische Werkzeuge für den Alltag an die Hand.
Was ich anbiete
In meinen Einzelstunden arbeite ich individuell mit dir. Mit Atemübungen, Qigong, Autogenem Training, PME und geführten Traumreisen. Wir entwickeln gemeinsam ein Set an Werkzeugen das dir im Alltag und in akuten Momenten hilft.
Die Klangmassage mit Peter Hess Klangschalen bietet eine besonders tiefe Form der Entspannung. Sie ist ideal wenn das Nervensystem sich besonders schwer tut loszulassen.
Beide Formate sind einzeln oder als Paket buchbar – ganz nach deinen Bedürfnissen.
Angst muss nicht verschwinden um das Leben leichter zu machen. Sie muss nur ihren Schrecken verlieren.
Und das ist möglich. 🧘♀️




Kommentare