Was wir unserem Körper zumuten -Ernährung, Stress und der moderne Arbeitsalltag
Es ist 7:30 Uhr morgens. Der Zug ist voll, der erste Kaffee steht im Pappbecher in der Hand, das Frühstück besteht aus einem hastigen Croissant vom Bäcker am Bahnhof. Auf dem Smartphone läuft bereits die erste E-Mail-Runde. Der Tag hat begonnen, obwohl der Körper noch nicht einmal richtig aufgewacht ist.
So oder ähnlich startet für viele Berufstätige der Alltag. Und was dann folgt, ist ein Marathon aus Koffein, Kantinenessen, Zigaretten, getakteten Meetings und einem Abendessen, das oft erst nach 20 Uhr auf den Tisch kommt.
Wir reden viel über Stress im Arbeitsalltag. Aber wir reden viel zu wenig darüber, was wir unserem Körper dabei zumuten. Von außen, durch das, was wir essen, trinken und wie wir es tun.
Der Rhythmus ist verloren gegangen
Früher – und das ist noch gar nicht so lange her – gab es einen anderen Rhythmus. Man frühstückte gemeinsam in der Familie, nahm sich Zeit für eine warme Mahlzeit am Mittag, oft selbst zubereitet und mit Zutaten, die man kannte. Das Abendessen war der gesellige Abschluss des Tages.
Heute sieht die Realität anders aus. Das Frühstück wird in der Bahn eingenommen oder gleich am Arbeitsplatz nachgeholt. In der Kantine wird beim Mittagessen noch über den nächsten Pitch gesprochen – in einer Lautstärke, die jede Entspannung verhindert. Und wer in der Mittagspause joggen geht, um den Kopf frei zu bekommen (was grundsätzlich wunderbar ist), hat danach keine Zeit mehr für eine ruhige, gesunde Mahlzeit. Duschen, essen, zurück in den nächsten Termin. Alles in 45 Minuten.
Das ist weder ein Vorwurf noch ein Anprangern. Das ist die alltägliche Realität vieler Menschen. Aber das hat langfristig Konsequenzen.
Was der Körper wirklich braucht
Verdauung ist keine Nebensache des Körpers. Sie ist essenziell. Wer spät abends noch eine große Mahlzeit zu sich nimmt, womöglich noch in Kombination mit Alkohol, gibt seinem Körper die ganze Nacht Arbeit. Das Nervensystem kommt nicht zur Ruhe, der Schlaf wird flacher, die Erholung bleibt aus. Und wer morgens schon erschöpft aufwacht, greift zum nächsten Kaffee.
Koffein ist ein Verstärker, es ist kein Ersatz für Schlaf und Energie. Drei, vier, fünf Tassen am Tag und der Cortisolspiegel bleibt dauerhaft erhöht. Das Nervensystem bleibt im Alarmmodus. Und dann wundert man sich, warum man abends nicht abschalten kann.
Das ist die Biologie, die unseren Körper am Laufen hält.
Die Qualität unserer Lebensmittel
Dazu kommt ein Thema, das viele verdrängen: Die Qualität unserer Lebensmittel hat sich dramatisch verändert. Und nicht zum Guten. Zwar haben wir eine viel größere Vielfalt an Nahrungsmitteln auf dem Tisch, aber dadurch auch lange Transportwege, intensive Düngung, Pestizide, künstliche Konservierung, unreif geerntete Früchte, die erst im Lager nachreifen. Das alles hat seinen Preis. Nicht an der Kasse, sondern im Körper. Unser Obst und Gemüse sieht oft makellos aus, ist sehr günstig und kommt oft aus Übersee. Dadurch enthält es aber nur noch einen Bruchteil der Nährstoffe, die es einmal hatte.
Wer wirklich auf Qualität achten möchte, kommt kaum an Bio-Produkten mit echter Zertifizierung vorbei. Demeter oder Naturland, zum Beispiel, garantieren natürliche Düngung und keinen chemischen Pflanzenschutz. Das Gemüse sieht dann vielleicht nicht mehr wie gemalt aus. Aber es nährt wirklich. Aber diese Qualität ist in keiner Kantine zu finden. Das wäre viel zu teuer.
Und weil selbst das in der heutigen Zeit oft nicht ausreicht, wird hochwertiges Supplementieren für viele Menschen zur Notwendigkeit.
Vitamin D – der stille Mangel
Ein besonders häufig unterschätztes Beispiel ist Vitamin D. Wir schützen unsere Haut mit Sonnenschutz 50+. Was wohl sinnvoll zum Schutz vor Hautkrebs ist. Aber gleichzeitig verhindert genau dieser Schutz, dass der Körper Vitamin D selbst produzieren kann.
Wer den ganzen Tag im Büro sitzt, am Wochenende vielleicht an den Badesee fährt und dabei konsequent Sonnenschutz aufträgt, tankt keine Sonne – er sitzt nur draußen. Der Vitamin-D-Spiegel sinkt. Und mit ihm Immunsystem, Stimmung, Knochengesundheit und Energielevel.
Das wissen erschreckend wenige Menschen. Genau wie der Stand der Sonne eine Rolle spielt oder wie viel Kleidung wir tragen. Vitamin D wird über die Haut produziert, und die Fläche unserer Haut und die Zeit, in der wir uns ungeschützt draußen aufhalten, reicht bei Weitem nicht aus, um den wirklich notwendigen Tagesbedarf zu decken.
Wie Stress und Ernährung sich gegenseitig befeuern
Psychischer Druck und Stress wirken sich auf den Körper aus. Und das ist bei jedem anders. Die einen nehmen zu, obwohl sie kaum anders essen als sonst. Die anderen werden dünner, obwohl sie essen. Schlaflosigkeit, Verdauungsprobleme, chronische Erschöpfung.
Und dann kommen die Kompensationsmechanismen. Das Feierabend-Bier. Der After-Work mit einem Glas zu viel. Die Zigaretten in der Pause. Der Schokoriegel oder schnelle Snack am Nachmittag. Das sind keine Charakterschwächen, das sind Überlebensstrategien eines überlasteten Nervensystems.
Der Obstkorb im Büro ist eine wunderbare Geste. Die Salatbar in der Kantine auch. Aber Körper, Geist und Seele nähren sie selten wirklich, wenn die Lebensmittel selbst kaum noch Nährstoffe enthalten und wenn sie in fünf Minuten zwischen zwei Meetings unachtsam heruntergeschluckt werden.
Was wirklich hilft
Es gibt keine Patentlösung. Aber es gibt Schritte, die einen Unterschied machen.
Mahlzeiten bewusst und achtsam einnehmen – auch wenn es nur 15 Minuten sind. Ohne Bildschirm und ohne Gespräch über die nächste Deadline.
Wasser statt dem vierten Kaffee. Das Nervensystem dankt es.
Wenn möglich auf Bio-Qualität achten – zumindest bei den Lebensmitteln, die man täglich isst.
Vitamin D und andere relevante Nährstoffe regelmäßig überprüfen lassen und bei Bedarf supplementieren.
Und am Abend eine leichte Mahlzeit, früh genug, damit der Körper die Nacht wirklich für Erholung nutzen kann anstatt für die Verdauung.
Es ist kein Zufall, dass sich Gruppen bilden, die sich zum After-Work-Walk-and-Talk treffen. Bewegung, frische Luft und echte Gespräche – das ist Erholung. Das ist, was der Körper braucht, was der Geist braucht. Nicht die nächste Runde Alkohol, um den Tag wegzuspülen.
Den Kreislauf durchbrechen
Ernährung, Stress, Schlaf, Bewegung, Erholung – das alles hängt zusammen. Es ist kein Zufall, dass Menschen, die dauerhaft unter Stress stehen, oft auch schlecht essen, schlecht schlafen und sich kaum erholen.
Es ist Zeit, sich wieder mit dem eigenen Körper zu beschäftigen. Mit dem, was wir ihm geben. Und mit dem, was er wirklich braucht – Selbstfürsorge. 🧘♀️




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